Human Rights Watch fordert von FC Bayern eine öffentliche Auseinandersetzung mit Menschenrechten in Katar; enthält Stellungnahme des Vereins

Der Direktor von Human Rights Watch Germany, Wenzel Michalski, kritisierte in einem Interview im Januar 2018 den Wintertrip des FC Bayerns ins Trainingslager nach Katar. Laut Berichten sind Arbeiter dort Menschenrechtsverletzungen bei den Bauten von Stadien und durch die Infrastruktur des Landes ausgesetzt. Laut Michalski, kommt Bayern München seinen Menschenrechtsverpflichtungen in Katar nicht ausreichend nach. Er fordert von dem Verein eine öffentliche Auseinandersetzung mit dem Thema Menschenrechte.

Das Business & Human Rights Resource Centre hat Bayern München um eine Stellungnahme gebeten, diese finden Sie untenstehend.

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Antwort
22 January 2018

Antwort von FC Bayern

Autor/in: FC Bayern

„Was die (aktuelle) Lage in Doha betrifft sehen wir hier eine positive Entwicklung. Das hat die Arbeitsorganisation der Vereinten Nationen im November bestätigt und ihre Untersuchungen gegen Katar wegen der Arbeits- und Lebensbedingungen der Gastarbeiter offiziell eingestellt. Das kritisierte Arbeitsrecht, die Kafala, soll nun schrittweise abgebaut werden. (Der deutsche) Außenminister Sigmar Gabriel hat mir neulich bestätigt, dass sich die Situation der Arbeiter in Katar durch den Fußball verbessert habe, auch wenn sie natürlich immer noch besser werden könne. Der FC Bayern steuert hier als ein Vertreter der gesamten Fußballfamilie seinen Teil bei. Wir stehen in einem globalen Wettbewerb mit den besten europäischen Klubs. Aber unsere Partner in Doha kennen auch unsere Überzeugungen. Darüber sprechen wir vertraulich, und mit jedem Gespräch wächst ein Stück Vertrauen. Das ist die Voraussetzung für Veränderung.“

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Artikel
2 January 2018

Michalski: "Die Bayern können nicht schweigen"

Autor/in: Thomas Klein, Deutsche Welle

Wir haben als Menschenrechtsorganisation überhaupt nichts dagegen, dass der FC Bayern München in Katar spielt oder trainiert. Aber Sie müssen als Verein und als Mitglied von großen nationalen und internationalen Verbänden wie dem DFB oder der UEFA dafür sorgen, dass sie sich nicht an Menschenrechtsvergehen beteiligen, auch nicht indirekt... Die Tatsache, dass sie während ihres Aufenthaltes in Katar wahrscheinlich Bauten und die Infrastruktur nutzen, wo es Menschenrechtsverletzungen gegeben hat, verpflichtet den Klub dazu, sich öffentlich zu äußern. Da können die Bayern nicht schweigen. Das ist eine internationale Verpflichtung großer Unternehmen, Vereine und Organisationen...

Bayern ist ein Unternehmen, Bayern ist ein Verein mit Satzung und Werten. Und wenn sie zu diesem Thema schweigen, widerspricht das den Werten, die sie sich selbst gegeben haben. Zudem ist das mit den Werten, die sich die Sportwelt gibt - nämlich Fairness, Gleichberechtigung, gegen Ausbeutung, gegen Sklavenarbeit - nicht vereinbar. Denn alles das gibt es in Katar...

Es ist zwar einiges, auch positives, passiert, aber lediglich auf den Baustellen der Fußballstadien für die WM 2022. Doch das liegt daran, dass die ganze Welt eben genau auf diese Baustellen schaut und die Kritik seit Jahren sehr groß ist. Die Arbeitsbedingungen auf anderen Baustellen, die fernab der Aufmerksamkeit liegen, sind immer noch sehr bedenkenswert.

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