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Artikel

13 Nov 2020

Autor:
Jana Hemmersmeier, Spiegel Online

Kommentar: "Siegel für Schokolade: Echt fair?"

3. November 2020

Ein Fairtrade-Siegel hat ihr Produkt nicht. Sie könne es sich nicht leisten, jeden Kakaobauern zertifizieren zu lassen, sagt die Unternehmerin. Denn sie arbeite mit kleinen Betrieben zusammen, teilweise seien die aus größeren Fairtrade-Kooperativen ausgetreten. Sie wolle ihren Zulieferern jedoch mehr zahlen als den Minimalpreis, den Fairtrade festlegt, sagt Estendorfer-Moran. Der liegt für Bio-Kakaobohnen aktuell bei etwa 2700 Dollar pro Tonne, sie zahlt nach eigenen Angaben im Schnitt 5000 Dollar pro Tonne...

Das blau-grüne [FairTrade] Siegel gibt es längst nicht mehr nur im Reformhaus, inzwischen werben damit sogar die Eigenmarken großer Supermarktketten...

Um wettbewerbsfähig zu sein, habe Fairtrade seine Standards herunterschrauben müssen, sagt Ndongo Samba Sylla. Der Entwicklungsökonom hat 2014 das Buch "The Fair Trade Scandal" veröffentlicht und kritisiert das System immer wieder. Fairtrade legt einen Mindestpreis fest, den die Produzierenden bekommen. "Die Organisation steckt in einem Dilemma", sagt Sylla: "Wenn der Mindestpreis hoch ist, kauft niemand die fairen Kakaobohnen. Ist er niedrig, ist der Effekt für die Produzierenden klein." Er kritisiert, dass Fairtrade mit großen Handelsunternehmen zusammenarbeitet, die ansonsten wenig fair seien.

"Genau das ist unsere Aufgabe", hält Fairtrade-Vorständin Claudia Brück dagegen, "den fairen Handel in den Massenmarkt zu bringen." ...

Kritik gibt es unter anderem am sogenannten Mengenausgleich für Kakao, Zucker und Tee...

"Wenn ihnen der faire Handel nicht mehr passt, dann entwerfen große Unternehmen einfach ein eigenes Siegel oder wechseln zu einer Organisation, die niedrigere Standards hat."

Für den Ökonomen ist es eine logische Entwicklung, dass immer mehr Unternehmen ihren Kakao direkt einkaufen wollen...

Die Entwicklung kann Produzenten helfen, ihren Kakao international zu verkaufen. Aber das sei gar nicht das Problem, sagt Sylla. Solange sie nur die Rohstoffe liefern, könne sich die Situation der Menschen in Afrika und Südamerika nicht verbessern... Denn die Wertschöpfung passiert nicht bei der Kakaoernte, sondern erst bei der Verarbeitung. Und die behalten die meisten Unternehmen in Europa oder anderen Ländern im globalen Norden...