Ungarn: Bedenken zur Pressefreiheit nach Einstellung der Oppositionszeitung "Népszabadság"

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20 October 2016

"Nepszabadsag" publiziert in Obdachlosenzeitung

Autor/in: Der Standard

Die eingestellte ungarische Oppositionszeitung "Nepszabadsag" veröffentlicht eine gemeinsame Ausgabe mit der Obdachlosenzeitung "Fedel Nelkül“...(Ohne Obdach)...[Vizechefredakteur] Gergely...hofft...auf einen Neustart. "Sicher nicht unter dem Namen 'Nepszabadsag' (Volksfreiheit, Anm.). Aber wir hoffen,...die Geschichten, deren Veröffentlichung jetzt unterbunden wurde, der Öffentlichkeit noch präsentieren zu können."...Gergely...erinnerte...an "die Lüge, dass wir aus wirtschaftlichen Gründen schließen mussten"...[und]..daran, dass die Regierung...im Jahr 2010 versucht hatte, ihren Willen mittels des neuen Mediengesetzes durchzusetzen...Seitdem seien in "furchterregender Geschwindigkeit" ungarische Medienunternehmen, die kapitalstarken ausländischen Verlagshäusern und Mediengruppen gehörten, in ungarische Oligarchenhand gelangt...."Wenn Redaktionen wirtschaftlich abhängig gemacht wurden, dann wurden unabhängige, freie Journalisten durch regimetreue Journalisten ersetzt." Mit der Einstellung von "Nepszabadsag" habe die Regierung Orban eine "rote Linie" überschritten. Hier sei nicht der Chefredakteur abgesetzt worden, sondern die größte politische Tageszeitung des Landes sei zugesperrt worden...Mit solcher Brutalität sei die Regierung bisher noch niemals vorgegangen. Kollegen, die in "noch freien" Redaktionen arbeiteten, verstünden das als eine Drohung, auch an sie...

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20 October 2016

Requiem für "Népszabadság"

Autor/in: Paul Lendvai, Standard

...[Die] Pressefreiheit [ist] bis heute ein Gradmesser für den Zustand der liberalen Demokratien. Vor allem in den seit 1989 freien und unabhängigen exkommunistischen Staaten in Mittel- und Osteuropa, so auch in Ungarn, war die Meinungs- und Pressefreiheit stets die allererste Forderung der revolutionären und nationalen Bewegungen. Auch ihr Beitritt zur Europäischen Union wäre ohne einen freien Medienmarkt kaum möglich gewesen. Deshalb löste die abrupte Einstellung der noch immer auflagenstärksten regierungskritischen linksliberalen Tageszeitung Népszabadság ("Volksfreiheit")...ohne vorherige Information der Chefredaktion, der Gewerkschaft und des Betriebsrates, ein sehr kritisches Echo in den internationalen Medien und auch in der EU aus...Von der Neuen Zürcher Zeitung und der Süddeutschen bis zu Le Monde und der New York Times wurden die beispiellosen Umstände der Aussperrung der Journalisten von ihrem Arbeitsplatz und der Sperre ihres Zuganges zur Online-Ausgabe, der plötzliche Wechsel von großangelegten Ausbauplänen zu sattsam bekannten Fakten über Verluste und Auflagenrückgänge als Bestätigung für Vermutungen über eine politisch und nicht betriebswirtschaftlich motivierte Entscheidung…gedeutet.

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20 October 2016

Tausende demonstrieren in Ungarn für "Nepszabadsag"

Autor/in: der Standard

Tausende Menschen demonstrierten am Sonntag in Budapest ihre Solidarität mit der eingestellten unabhängigen Tageszeitung "Nepszsabadsag". Auf der von den sozialliberalen Oppositionsparteien organisierten Protestaktion wurde die rechtskonservative Regierung für das Aus des Traditionsblattes in die Verantwortung genommen. Die Regierung wolle die unabhängige Presse mundtot machen. "Nepszabadsag" sei seit einer Woche tot, obwohl ihr Eigentümer, die in österreichischer Hand befindliche Mediaworks AG, eine Reorganisierung des Blattes angekündigt hatte, wurde in Reden betont...

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18 October 2016

Stellungnahme von Mediaworks

Autor/in: Mediaworks

Mit Blick auf unsere über 1000 Mitarbeiter der Mediaworks Gruppe halten wir wie folgt fest: Bezugnehmend auf die Stellungnahme von Herrn Márton Gergely in „Der Standard-Etat“ vom 14. Oktober 2016 verweisen wir auf unsere Presseaussendung vom 8. Oktober 2016 und betonen unseren Willen die Fragen der künftigen Form von Népszabadság weiterhin konstruktiv mit unseren Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter zu besprechen. Mediaworks hält fest, daß Népszabadság aufgrund signifikanter Verluste lediglich temporär suspendiert und nicht eingestellt wurde. Mediaworks hat die Redaktion von Népszabadság eingeladen gemeinsam an eine neue Form des Geschäftsmodells zu erarbeiten. Es gab in den vergangenen Tagen eine E-Mail-Nachricht vom Chefredakteur der Népszabadság András Murányi die Zeitung um einen Euro kaufen zu wollen. Wir haben darauf unsere sofortige Gesprächsbereitschaft bekannt gegeben, doch wurde ein Gesprächstermin hierzu in letzter Minute vom Chefredakteur abgesagt. Unser Bemühen gilt weiterhin Népszabadság auf eine neue Basis zu stellen. Diese muss wirtschaftlich sinnvoll und tragbar sein, um die bestmögliche Zukunft von mehr als 1000 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter unserer Gruppe für die Zukunft zu sichern. Ebenso ist unsere Bereitschaft über eine potentielle Akquisition durch die Redaktion zu verhandeln aufrecht. Mediaworks hofft, dass gemeinsame Konsultationen mit der Redaktion, dem Betriebsrat und der Gewerkschaft zu einem lebensfähigen Konzept der Zeitung führen können. Die Redaktion und der Betriebsrat sind, wie in der Vergangenheit, eingeladen daran gemeinsam zu arbeiten.

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8 October 2016

Oppositionszeitung "Népszabadság" eingestellt

Autor/in: ZEIT

Die ungarische Tageszeitung Népszabadság ist unerwartet eingestellt worden. Das teilte der Verlag der Zeitung, Mediaworks, mit. Noch während die Samstagsausgabe des regierungskritischen Blattsausgeliefert wurde, wurde ein neuer Generaldirektor ernannt und die Mitarbeiter der Redaktion entlassen. Ein Mitarbeiter der Zeitung, der nicht namentlich genannt werden wollte, sagte der Nachrichtenagentur AFP, Journalisten, die Artikel für die Montagsausgabe vorbereitet hätten, sei plötzlich der Zugang zu ihren Arbeitsplätzen verwehrt worden. In Briefen seien sie von ihrer Beurlaubung informiert worden. "Wir stehen unter Schock", sagte der Mitarbeiter. "Natürlich werden sie versuchen, es wie eine geschäftliche Entscheidung aussehen zu lassen, aber das ist nicht die Wahrheit." Der Mitarbeiter kritisierte, die Entscheidung sei "ein schwerer Schlag für den investigativen Journalismus und die Pressefreiheit". Auch der Onlineauftritt des Blatts nol.hu ist offline, auf der Seite findet sich nur noch die Erklärung des Herausgebers. Die Entscheidung sei aus wirtschaftlichen Gründen getroffen worden und gelte bis zur "Formulierung und Realisierung eines neuen Konzepts", teilte der Eigentümer Mediaworks nach Angaben der Nachrichtenagentur MTI mit. Népszabadság ist Ungarns bestverkaufte großformatige Zeitung, dennoch schreiben ihre Print- und ihre Onlineausgabe Verluste...

 

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