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文章

2024年1月10日

作者:
tagesschau

Medien-Recherche wirft deutschen Unternehmen Greenwashing durch Kauf von CO2-Zertifikaten vor

"Vorwurf von Greenwashing: Geschäfte mit CO2-Zertifikaten - heiße Luft?"

Viele Unternehmen werben mit Klimaneutralität. Möglich wird das oft durch den Kauf von CO2-Gutschriften aus anderen Regionen der Welt. Doch am Beispiel einer Firma aus Sachsen zeigen sich die Probleme beim Zertifikate-Handel.

[...] Lichtenauer kauft für den Ausgleich CO2-Zertifikate, die aus einem Regenwaldgebiet in Peru stammen. Die Idee dahinter: In dem Wald soll Abholzung verhindert werden. Die so geschützten Bäume binden dann auch weiterhin Kohlendioxid. Ein Zertifikat steht für eine Tonne CO2, die angeblich auch weiterhin nicht in die Atmosphäre gelangt. Damit sei nicht nur dem Klima geholfen, behauptet Lichtenauer, sondern auch der Bevölkerung vor Ort.

Das ARD-Magazin FAKT hat in Peru recherchiert und zwei Redakteure waren Mitte November 2023 in dem Land in Südamerika. Das CO2-Kompensationsprojekt, aus dem Lichtenauer seine Zertifikate bezog, liegt rund zwei Flugstunden östlich von Lima, im peruanischen Bundesstaat Madre de Dios. Seit Jahrzehnten gibt es dort Probleme mit illegalen Goldsuchern. [...]

Betreiber steht schon länger in der Kritik

Der Projektbetreiber BAM stehe schon länger in der Kritik, sagt Jutta Kill, die als Sachverständige für CO2-Kompensationen Organisationen in Deutschland und Südamerika berät. Auch sie geht davon aus, dass massenhaft so genannte Phantom-Gutschriften geschaffen wurden, die nach Klimagesichtspunkten wertlos seien. "Bis heute nutzt der Projektbetreiber dieses Referenzgebiet, was von Anfang an in den Projektdokumenten ausgewiesen und nachweislich nicht adäquat ist. Das heißt, seit nahezu zehn Jahren werden hier Gutschriften verkauft und generiert, die auf einer wirklich nicht vergleichbaren Referenzfläche beruhen."

Ob zu viele Zertifikate erstellt wurden, beantwortet BAM nicht. Die Firma erklärt, ihr Projekt sei nach einer strengen Methodik erstellt worden: "…validiert und verifiziert mehrfach von diversen Prüfern und Verra." Verra ist eine Non-Profit-Organisation und einer der größten Zertifizierer von CO2-Projekten mit Sitz in den USA und seit Monaten unter Druck.

Anfang 2023 berichteten Medien wie der englische "The Guardian" und die deutsche Wochenzeitschrift "Die Zeit", dass Verra über viele Jahre wertlose Zertifikate ausgeben haben soll. Verra geriet dadurch in Turbulenzen. Im Mai trat Chef David Antonioli zurück. Verra sagt auf FAKT-Anfrage, das Projekt sei zum Zeitpunkt der Registrierung ordnungsgemäß zertifiziert und die Anzahl der erzeugten CO2-Zertifikate nicht überhöht gewesen.

Ende November 2023 kündigte Verra schließlich eine neue Methodik zum Schutz der Wälder an. Man wolle es Projektbefürwortern ermöglichen, ihre Projekte freiwillig auf die neue Methodik umzustellen. Mehr Details soll es aber erst in den kommenden Monaten geben. [...]

Lichtenauer lehnt ein Interview zur angeblichen Klimaneutralität trotz mehrfacher Anfragen ab und verweist schriftlich auf ClimatePartner. Die Münchner erklären schriftlich: "Auch die Firma Lichtenauer arbeitet mit uns im Rahmen ihrer Klimaschutzstrategie zusammen. Das Unternehmen macht sehr viel mehr, als ausschließlich in Klimaschutzprojekte zu investieren. Seit 2018 berechnen wir für die Lichtenauer Mineralquellen kontinuierlich deren CO2-Fußabdruck, als Grundlage, um Reduktionspotenziale zu identifizieren und daraus Maßnahmen abzuleiten." [...]